Fortbildungsmodule
Schutz vor sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen
Die Fortbildungsangebote zum Thema sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen richten sich an Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
von Kindertagesstätten (Kita) sowie der Jugendförderung (JuFö). Die Fortbildungen sollen sowohl im Präventions- als auch im Interventionsbereich Handlungssicherheit geben.
Die Fortbildungen sind für Mitarbeiter*innen im Landkreis Darmstadt-Dieburg kostenfrei.
Institutionen aus anderen Kommunen können sich an die Leitung der Beratungsstelle (siehe unten) wenden.
Fortbildungsangebote:
Wenn die Krise kommt…
Was tun, wenn trotz Schutzkonzept „etwas passiert“
Auch in Einrichtungen mit etablierten Schutzkonzepten kann es zu Situationen kommen, in denen Grenzen verletzt oder pädagogische Leitlinien überschritten werden. Schutzkonzepte sollen Kinder wirksam vor Grenzverletzungen, Übergriffen und anderen Formen von Gewalt bewahren. Dennoch zeigt die Praxis: Kein Konzept bietet absolute Sicherheit. Im pädagogischen Alltag kann es zu Vorfällen kommen, die schnelles, klares und professionelles Handeln erfordern – etwa bei grenzverletzendem Verhalten, Übergriffen oder dem Verdacht auf sexualisierte Gewalt.
Der Schwerpunkt dieser Fortbildung liegt auf dem professionellen Krisenmanagement in solchen Fällen. Es werden Grundlagen zum Erkennen von Täter*innenstrategien vermittelt und Möglichkeiten aufgezeigt, wie Verdachtsmomente professionell eingeordnet werden können. Außerdem werden das sichere Führen interner Personalgespräche sowie die fachlich notwendigen nächsten Schritte erläutert. Auch der Umgang mit Presse und Öffentlichkeit, die Fürsorge für Kinder, Eltern und Mitarbeitende sowie Fragen der Nachsorge, Rehabilitation und institutionellen Aufarbeitung sind Teil des Seminars.
Ziel der Fortbildung ist, dass die Teilnehmenden Handlungssicherheit im Umgang mit Grenzverletzungen, Krisensituationen und Verdachtsmomenten gewinnen. Sie reflektieren bestehende Schutzkonzepte und stärken ihre Kompetenz im Umgang mit Belastungssituationen. Die praxisorientierte Seminararbeit beinhaltet die Analyse von Fallvignetten, Rollenspiele sowie den Austausch zu eigenen Erfahrungen.
Erkundungsspiele oder Übergriffe?
Sexuelle Übergriffe erkennen, einordnen und besonnen handeln
Sexuelle Übergriffe unter Kindern finden in der Kita immer wieder statt und verursachen schnell Sorge und Verunsicherung bei den Fachkräften.
Die Einordnung fällt oft schwer: Wann handelt es sich um ein Erkundungsspiel und ist für die Entwicklung von Kindern förderlich und was geht zu weit? Das Thema spaltet oft die Elternschaft und die Krise greift auf die gesamte Einrichtung über. Ein schnelles Handeln ist erforderlich, um Sicherheit für alle herzustellen. Hierfür ist es hilfreich einen Ablaufplan für das Vorgehen im Vorfeld zu erarbeiten und parat zu haben.
Im Seminar wollen wir Hintergrundwissen vermitteln und Sicherheit geben im pädagogischen Handeln.
Inhalte der Fortbildung sind
- Wie grenzen sich Erkundungsspiele von sexuellen Übergriffen unter Kindern ab?
- Was braucht das betroffene Kind, was das übergriffige Kind?
- Wie können Eltern sachgerecht einbezogen und informiert werden?
- Wie kann sich die Einrichtung vor Vorwürfen zum Thema Aufsichtspflicht schützen?
- Welche Schritte gem. §8a SGB VIII müssen ggf. erfolgen?
Sicherheit gewinnen in Gesprächen mit Eltern
… im Kontext Kindeswohlgefährdung
Fachkräfte in Kindertagesstätten erleben immer wieder Kinder, die mit Lebenssituationen zurechtkommen müssen, die ihre Entwicklung beeinträchtigen. Ein erstes Signal ist oft das ungute Bauchgefühl, verbunden mit der Sorge, ob bereits eine Kindeswohlgefährdung besteht. Fachkräfte fühlen sich häufig unsicher darüber, das Gespräch mit den Eltern zu suchen. Es wird befürchtet, die gute Beziehung zu gefährden, Eltern zu Unrecht zu “beschuldigen“ und schlussendlich eine Abmeldung des Kindes zu verursachen. Das, was sonst die Kernkompetenz von pädagogischen Fachkräften ausmacht, wird beim Verdacht auf Kindeswohlgefährdung oft zum unsicheren Wackelpfad.
Zur Abwendung der Gefährdungslage ist es notwendig, frühzeitig mit Eltern zu sprechen. In gemeinsamen Gesprächen soll ihre Mitwirkung gewonnen und überprüft werden. Ein Spannungsfeld von Hilfe und Kontrolle entsteht. Elterngespräche vor diesem Hintergrund zu führen, erfordert besondere Klarheit, da mit Abwehrverhalten zu rechnen ist.
Die Teilnehmenden werden im Seminar befähigt, ziel- und ressourcenorientierte Gespräche mit Eltern zu führen. Die praktische Durchführung der Gespräche wird anhand von Praxisbeispielen und Fallvignetten. Grundlage bildet das Kinderschutzgesetz und die Verfahrensabläufe des §8a SGB VIII.
Sicherheit gewinnen in Gesprächen mit Kindern
… im Kontext Kindeswohlgefährdung
Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen begegnen regelmäßig Kindern, die in belastenden oder herausfordernden Lebenssituationen Unterstützung benötigen. Insbesondere bei Verdachtsmomenten auf Kindeswohlgefährdung ist eine reflektierte Anwendung geeigneter Gesprächstechniken mit den betroffenen Kindern besonders bedeutsam. Das Kind nicht zu überfordern, sondern, eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen, die kindliche Äußerungen ermöglicht, ohne Druck aufzubauen oder Erwartungen zu erzeugen.
Diese Fortbildung vermittelt pädagogischen Fachkräften Kompetenzen zur einfühlsamen und wertschätzenden Gesprächsführung mit Kindern in sensiblen Situationen. Im Fokus steht die Wahrnehmung kindlicher Signale und das Verstehen ihrer Perspektive.
Ziel ist es, die pädagogische Professionalität im Umgang mit belasteten Kindern zu stärken und die Handlungssicherheit im sensiblen Gespräch zu erhöhen – für einen verantwortungsvollen und kindzentrierten Kinderschutz.
Die praxisorientierte Seminararbeit beinhaltet die Analyse von Fallvignetten, Rollenspiele sowie den Austausch zu eigenen Erfahrungen. Grundlage sind die gesetzlichen Vorgaben des Kinderschutzgesetzes und die Verfahrensabläufe gemäß § 8a SGB VIII.
Kontakt
Der Kinderschutzbund
Bezirksverband Darmstadt e.V.
Ansprechpartnerin: Johanna Zapf Messias
Holzhofallee 15
D - 64295 Darmstadt
Telefon DKSB: (06151) 36041-50
Telefon Leitung: (06151) 36041-64
Fax: (06151) 36041-99
E-Mail: info@kinderschutzbund-darmstadt.de
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